2010
04.21

Bei Facebook zu sein, reicht heute einfach nicht mehr. (Naja, mir schon lange, bin ich nämlich nicht.) Wer wirklich digital unterwegs ist, teilt seinen Nachbarn heute per Netzwerkname seine Befindlichkeiten mit: “euer_lautes_geficke_nervt_mich” (sic!)

[Edit: Mich nervt eher mein instabiles WLAN...]

2010
04.14

Gestern ist etwas ganz Grässliches geschehen: Ich habe Markus Lanz’ Show des Nachtens in der Wiederholung zum Einschlafen gesehen, möglicherweise war meine Wahrnehmung getrübt, jedoch hielt mich diese Sendung – anders als gedacht – vom Einschlafen ab. Warum? Da saßen zwei irgendwie benamste Forscher, von denen man noch nie groß was gehört hat, mit Ruth Moschner, Detlef D. Soost und Maite Kelly herum und unterhielten sich über Diäten und derlei Zeugs. Vom Niveau her sicher keine Überraschung, jedoch muss ich die Ausstrahlung nochmal recherchieren: die Statements klangen wie Realsatire nie gekannter Boshaftigkeit, was den Schluss zulässt, dass einige der Anwesenden nicht eingeweiht waren oder in allen wirklich gute Schauspieler stecken. Denn wenn diese Meinungen ernst gemeint waren, dann war das für den ZDF-Zuschauer-Mainstream eine sarkastische bis zynische Lektion in Sachen ‘factual infotainment’ oder so. Ich bin irritiert und suche jetzt mal den Link zur Sendung (via Mediathek gefunden), denn das, was da lief hatte in Teilen das Niveau einer Flying Circus-Show.

2010
04.11

Am Freitag sollte Feiertag sein und es ist einer geworden: das neue Dendemann-Album ist ebenso smart wie es rockt. Und das find ich gut. Liebe Freunde, Pech für euch – da spricht wohl einer die nächsten Wochen lang nur noch in Reimen.

Und gute Videos gibt es auch.

Und ein nettes Interview auch

Und für alle Tocotronic-Bewunderer verstörend: letzter Track von Platte called ‘Papierkrieg’. Ich geb es zu: Mein Wille hat kapituliert. Ist aber nicht schlimm.

2010
04.07

Heute morgen in der U-Bahn, leicht zerknittert, den Spiegel mit dem Papst drauf dabei (allein deswegen hat ich ihn mitgenommen). Doch beim Blättern fiel mir folgender Artikel auf… dieser hier. Zufällig las ich dann heute online, dass das Nazischwein (Entschuldigung, mir fällt keine neutralere Bezeichnung ein.) Ende März verstorben sei. Da wünscht man sich entgegen sonstigen Angewohnheiten direkt ein himmlisches Gericht – sonst wäre der endgültig davon gekommen.

2010
04.03

‘Is’ wieder soweit?’, denke ich mir, während ich am Donnerstag in der taz blättere und über einen Leserbrief eines Herren aus Wernigerode stolpere. Inhaltlich ist es das Übliche: Feiertage, Spritpreise hoch, hängt die Mineralölkonzerne äh deren Chefs, Bundeskartellamt, etc. pp.
Heute blättere ich in der Berliner Zeitung und was finde ich? Einen Leserbrief eines Herren aus Wernigerode, der dem vor zwei Tagen gelesenen in den Formulierungen gleicht. Leider konnte ich den aus der taz nicht mehr finden. Ich könnte aber schwören, das beide Leserbriefe identisch sind.

2010
04.02

Gestern nach langer Fasterei mal wieder ein-zwei Bier gekostet und heute auch noch ausschlafen…um nach dem Aufwachen im SZ-magazin zu blättern (hat sich knapp gegen ‘Maus‘ durchgesetzt). Und dann finde ich den schönen Satz

“Ich verstehe aber auch nicht, warum Frauen unrasierte Beine haben sollen, nur weil sie Feministinnen sind.”

Hat Bettina Rheims gesagt, und den Rest vom Interview gibt es hier.

2010
03.31

Nee, das glaube ich nicht. Ein prominenter Katholik…der schlägt doch nicht!
Oder doch?

2010
03.15

Wir leben in einer krankhaft sexualisierten Welt. Die Anbetung des Moloch Sex zerstört ihre moralische und physische Lebensgrundlage, denn die sexuelle Revolution frisst ihre Kinder: Eine von der Fortpflanzung befreite Sexualität braucht Verhütung und Abtreibung. Daran gibt es kein Rütteln, selbst wenn wir ein sterbendes Volk sind und sich unser Land vor unseren Augen in ein Altenheim verwandelt. Niemand will das ungeheure Elend sehen, das unaufhaltsam auf uns zukommt. Nein, wir zwingen die Kinder ab neun Jahren, Verhütungsmethoden zu erlernen, und wir machen Abtreibung zum Menschenrecht. Hier wird im großen Stil durchexerziert, was es heißt einen Götzen anzubeten: Er liebt die Menschen nicht, er frisst sie. Anders Jesus Christus: Er liebt die Menschen bis in den Tod.

(kommt von hier)

Das ist ja fantastisch. Mein Leben kriegt einen Sinn. Nieder mit Verhütung und Abtreibung! Für Armut, Hunger und totale Unterwerfung… äh, soll ich noch weitermachen? Was zum Geier?

Ich bin sprachlos.

2010
03.11

Eine gewisse Grundskepsis ist seit Jahren Teil meiner Sicht auf die Körperschaft Kirche, wobei mir die Katholische Kirche besonders suspekt ist. Gut, ich bin überzeugter ‘Säkularist’, aber was die Leute privat glauben wollen, ist ihr Bier und nicht meins. So soll es ja auch sein.
Die letzten Wochen allerdings nähren in von mir vorher nicht für möglich gehaltener Form meine Abscheu von neuem, und dass nun auch Papst und Papstbruder in den Medien auftauchen, klar, man hat ja fast schon damit gerechnet.
(In diesem Zusammenhang meine Hochachtung vor der Konsequenz der ehemaligen Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ich vermeide den Witz, was der Unterschied zwischen vier Tagen und vierzig Jahren ist.)
Allerdings kommt nun auch noch mein Teilbild der Kirche als irgendwie nützliche Institution ins Wanken: Grund dafür ist der Artikel, den der Kollege Blair mir zukommen ließ.

Die Forschungsgruppe Weltanschauungen recherchierte vor einigen Jahren die Kirchenquote, das ist der finanzielle Anteil, der aus Kirchengeldern in die Arbeit der kirchlichen Wohlfahrtsverbände einfließt. Die Ergebnisse lassen staunen. Caritasverband und Diakonisches Werk finanzieren ihre Arbeit zu 98 Prozent mit Staats- oder Versicherungsgeldern – die Kirchen tragen ganze 2 Prozent der Lasten. Entgegen der landläufigen Meinung erhalten die vielen kirchlichen Krankenhäuser und Altenheime von den Kirchen überhaupt keinen Zuschuss, denn die laufenden Betriebsausgaben (Personal- und Sachkosten) dieser Einrichtungen werden durch die Krankenversicherungen, die Investitionskosten durch die Länder finanziert. Bei konfessionellen Kindergärten und Kindertagesstätten liegt der finanzielle Anteil der Kirchen im Mittel gerade mal bei 10 Prozent.

Wow. Ich rechne nicht mit großer Wirkung, aber man staunt schon über die geniale Selbstvermarktung der beiden großen Kirchen, oder?

2010
03.09

Ja, das ist ein sprechender Mülleimer. Den Rest unseres konsternierten Promenadenausblicks hier.

2010
03.09

Gefunden hier. (via.)

Und hier gibt es eine Latte Argumente (mit Karamellsirup)

2010
02.24

Wenn Bischöfe keine Heiligen sind (zumindest die lebenden), dann wird es nötig zu wissen, dass alles gut ist. Wirklich.

2010
02.22

…eine Art Hommage könnte dieser Artikel sein. Man beachte den Autorennamen.

2010
02.22

Rammstein muss man nicht mögen. Es ist sogar ok, diese Band einfach zu ignorieren. Aber das hier geht zu weit. Oder? Ist es vielleicht nur albern, borniert und gestrig?

2010
02.22

Unbedingt lesen: Anne Roth (via) kommentiert und vor allem dokumentiert die Fragestunde des Bundestages zum Thema ‘Ausweitung der Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus.’ Da ist gar nicht mehr so viel Kommentar notwendig.

Ein Zitat:

Vizepräsidentin Petra Pau:
Zu einer weiteren Nachfrage hat nun der Kollege Volker Beck das Wort.

Volker Beck (Köln) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Ursprünglich wollte ich gar nichts fragen, aber Ihre Antworten haben mich stutzig gemacht. Ich habe den Eindruck, das funktioniert nach dem Motto: Wir hätten da gerne einmal ein Problem.

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)

Sie wissen nicht, wo die besondere Belastung ist, also wo Sie eine Notwendigkeit, einen Bedarf für Projekte sehen. Es ist ja nicht so, dass wir uns nicht einig sind, dass gewalttätiger Extremismus von allen hier im Hause abgelehnt werden muss. Die Geschichte der Programme gegen den Rechtsextremismus geht ja darauf zurück, dass Gruppen in der Gesellschaft regelmäßig Opfer von fremdenfeindlicher Gewalt, homophober Gewalt oder antisemitischer Gewalt wurden. Um die Opfer sicherer zu machen, hat man gesagt, dass man Strategien und Programme dagegen entwickeln muss. Können Sie mir sagen, welche Personenkreise besonders gefährdet sind, Opfer gruppenbezogener Gewalt linker Gruppen zu wer­den,

(Dr. Martin Lindner [Berlin] [FDP]: Das ist je­der Autofahrer in Berlin!)

oder ist die Problemlage so grundverschieden, dass man sich vielleicht die Frage stellen muss, ob der neue An­satz des Hauses angesichts der unterschiedlichen For­men von Extremismus überhaupt sachgerecht ist?

Dr. Hermann Kues, Parl. Staatssekretär bei der Bun­desministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
Zunächst einmal ist es gut, dass Sie gesagt haben, dass wir uns hinsichtlich der Notwendigkeit der Be­kämpfung von Extremismus jeglicher Art einig sind.

Lohnenswerter Rest hier: klick.

Stellt sich jetzt noch die Frage, ob die CDU-Herrschaften denn schon eine solch massive Angst vor der nächsten Revolution haben; Revolutionen brechen ja gerne mal in Großstädten wie Hamburg oder Berlin aus. Ich kann die Schüsse vom Panzerkreuzer schon direkt hören.

Bumm-bumm-bumm. Krass.

Und wenn die Wahlkampf-Nebelkerzen wieder aus sind und Frau Köhler Schröder sich aus ihrer hessischen Weltsicht wieder den Fakten zugewandt hat, dann werden die Programme gegen Rechtsextremismus nicht weiter zusammengestrichen. Aber dies ist ein frommer Wunsch. Und dafür ist ja die CDU zuständig. Oder sollte dahinter etwa doch eine Art Ideologie stehen? ‘Alles links von der CDU ist potentiell undemokratisch’, oder so?