02.15
Nur ein kurzer zum meinem Aufreger der letzten Woche(n):
Es gibt den fabelhaften Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Das ist südlich von Dresden. In Dresden sitzt die Regierung des Freistaats Sachsen. Die muss sparen. So ein paar hundert Millionen. Das kommt von *piep* Gesetzen, von einer Wirtschaft, in der gerade mal wieder ein paar Verluste allgemein verteilt werden (‘Ist das jetzt schon soziale Verträglichkeit?’), usw…
Die Sächsische Schweiz lässt sich übrigens trefflich mit den Initialen ‘SS’ abkürzen, und eventuell aus diesem, aber auch aus vielen anderen Gründen kam es, dass sich in dieser gar zauberhaften Gegend ein paar ganz und gar nicht zauberhafte Gestalten – so genannte ‘Neonazis’ – breit machten. Das war einer dieser unschönen Klimawandel. Nazis sind nämlich nicht nur dumm, sondern auch überzeugt von ihren Ansichten. Und sie mögen ab einem gewissen Punkt keine Diskussionen mehr.
Man hat dann halt Nazikader aus dem Westen, dafür aber kaum Jugendklubs, völkische Folklore und coole, ältere Brüder, aber keine Sozialarbeiter. Und schon baute sich über einen Zeitraum von etwas über zehn Jahren der Ruf auf, man sei in einer besonders rechten Ecke Deutschlands (dabei liegt unten rechts Baden-Württemberg) – und irgendwann hatten die Akteure der Zivilgesellschaft die Schnauze voll, und organisierten sich etwas mehr, was das Vakuum wenigstens ein wenig mehr füllte, das die Naziimportkader und ihre lokalen Fans einst so zielsicher genutzt hatten. Das tolle an dieser lokalen Arbeit ist, dass diese von wenigen Hauptamtlichen und sehr vielen Ehrenamtlichen getragen ward und deswegen gar nicht mal so teuer… aber viele arbeiten mit Projekten, deren Bewilligungsbescheide erst ein halbes Jahr später kommen – Haushaltssperre, Mittelkürzung, Bürokratie. Wenn man da nicht schon etabliert ist, geht es schnell ans Eingemachte. Und nun wird ordentlich gekürzt.
Wo spart man die eingangs erwähnten “paar hundert Millionen”: wohl am besten zusammen? Na, in der Jugendarbeit, wenn man statt der jetzt gekürzten knapp 7,7 Millionen gleich das ganze Budget nimmt, dann … Moment mal! Wie oft wollen die denn die sieben Millionen holen, um nur mal exemplarische hundert querzufinanzieren? Jetzt mal in Legislaturperioden? So sparen Weltmeister. Und die Nazis freuen sich.
(Nachtrag: Dass die neue Famileinministerin, Frau KöhlerSchröder, nun bei den Anti-Extremismus-Programmen auch die Linken und Islamisten miteinbeziehen will, führt sicherlich nicht dazu, dass der – und das dürfte dann wohl mal’n Konsens sein – notwendige Kampf gegen Nazis mehr oder genauso viel annähernd genauso viel Geld erhält wie zuletzt. Nee, ich glaube rein ideologisch, mit Frau Schröder werden das ganz nette Zeiten für die Rechten. Meine Damen und Herren: der Zeitgeist, mit dem wir leben!)
a – Buskampage
Aha … yeah…
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