08.14
Neulich durfte ich mal wieder den Süden Brandenburgs durchreisen, anständig mit Halt an jeder Milchkanne, wie es sich gehört. Schuld war ich und in Folge ein verpasster EuroCity, so dass ich in angenehmer Geschwindigkeit in Orten mit Namen wie Walddrehna, Hohenleipisch oder Drahnsdorf aufschlug. Diese sind nicht nur geographisch fern vom neumodischen Möchtegern-Chic eines Südkreuzes oder – natürlich – des allseits beliebten Hauptbahnhofs. Bucklige Pflasterstein-Bahnsteige, Ruinen, bei denen sich das beliebte Ratespiel “Bahnhofsgebäude, Industrierest oder irgendwat anderes?” anbot, und dergleichen mehr vermittelten den Eindruck, dass die Deutsche Bahn uns in den Großstädten etwas vormacht und mit medialer Dauerbefeuerung glauben machen möchte, allein die Benutzung eines gesichtslosen und völlig sterilen ICEs mache das Bahnreisen zum Erlebnis. Dies stimmt ohnehin nur, wenn die Klimaanlage mal wieder durchdreht oder ein paar Wehrdienstleistende ihre Party im Sonntagabend-ICE simulieren, so dass es alle hören können. Aber was das Bahnreisen so schön macht, nämlich an Orten zu halten, an denen man nie freiwillig in die Kante gucken würde (sagt der Sachse und er hat Recht) und sich an Bahnhöfen und zwischendrin in aller Ruhe Gedanken über dies und jenes und den ganzen Rest machen. Die Reisegeschwindigkeit kann man nach Besteigen des Zuges eh nicht mehr beeinflussen. Zum Beispiel darüber, ob nicht die katholische Kirche nur fälschlicherweise als größter Immobilieneigner gilt: Allein rings um die vergessenen Bahnhöfe beinahe vergessenen Bahnhöfe findet sich eine vermutlich endlose Anzahl von Immobilien, von denen einige sicherlich nicht nur Industrieromantikern die Tränen in die Augen treiben würden, beim Gedanken an die mögliche Nutzung und bevor der nächste Parkplatz hingepflastert wird, den schon vorher keiner gebraucht hat. MB, recherchieren Sie!
a – Buskampage
Aha … yeah…
Campact.de
It’s the art
Ohrboot.de
Schneckenmühle – DAS sind Ferien
Aber jetzt: wegtreten, du Schäuble, du…!
Dreißig Schwerter | Mai und Beaflor
Werbung, wie gesagt
Wollen | Kriegen
“Schuld war ich und in Folge ein verpasster EuroCity…” Für Sätze wie diese hasse ich Dich. Und zwar mehr als die Pest.
Wo is´ denn mein Kommentar von gestern?
Weil ich offline war – sorry. [So lang war der Satz doch gar nicht.)