2009
02.20

Nun sind tatsächlich ein paar mehr als die geforderten Stimmen zusammen gekommen, um die im letzten Artikel erwähnte Petition einzureichen. Alle mehr oder weniger regelmäßig mit der Rettung des linken Gewissens beschäftigten Zeitgenossen jubelten, mein Rotkäppchen jedenfalls stand schon kalt und ich überlegte schon, wie ich die Zeit bis zu meinen ersten 1500 € überbrücke. Oder so ähnlich, denn – ob es Zufall ist: man weiß es nicht – kommt von Seiten der ewigen “Wer arbeiten will, der findet auch was”-Fraktion, sprich: CDU, ein eigentlich gar nicht so alter, aber trotzdem schon üblicher Verdächtiger um die Ecke: sie nennen ihn auch den Hüftprothesen-Mißfelder.

Hüftprothesen-Mißfelder

(Privat versichert?; Source: Wikipedia.de)

Dieser gefiel sich bei einem Frühschoppen (an und für sich schon eine merkwürdige Tradition: Saufen aufn Vormittag…) mit Äußerungen, die die letzte ALG II-Erhöhung als – Moment – “Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie” zu bezeichnen. Ein fragwürdiges Menschenbild scheint da durch, in jedem Fall aber eine starke Neigung zur Vereinfachung. Aber: er steht da so und kann nicht anders. Soll man wirklich jedem, der sein Leben nicht in den Griff bekommt oder kein hundertprozentigs Interesse an Karriere um jeden Preis, auch noch ein BEDINGUNGSloses GrundEINKOMMEN hinterherwerfen. Das geht doch nicht! Das wissen zum Glück auch die Verantwortlichen im Petitionsausschuss, die von den knapp 53.000 Stimmen nicht allzu angetan sind. Jedenfalls erreichte mich folgender Artikel, in dem allerdings die Grünen nach ihrer eigenen Meinung zu schlecht wegkommen. Jedoch ist die Frage des BGE, wie es gerne abgekürzt wird, an und für sich ein urgrünes Thema: soziale Sicherheit plus direkte Demokratie. Wahlkampf hin, Jamaika her: müssten Grüne und Linke hier nicht mal gemeinsame Sache machen?

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