2007
11.19

Oh! Ein Brief, der nicht von den üblichen Werbesendern (Nein, ich möchte auch dann keinen EasyCredit, wenn ich täglich von euch Post bekomme, liebe Volksbank!) oder von der Deutschen Rentenversicherung ist, ach so und natürlich von der GASAG, deren 5-6 Euro ich ständig vergesse zu überweisen, genau so einen Brief fand ich. Na gut, wer mir wohl schreibt, ach nee, maschinelle Ausführung, wird wohl nicht so wichtig sein, so dass der Brief der schon seit Samstag im Kasten lag, jetzt eben noch das erste Brötchen und den zweiten Kaffee abwarten musste. Dann öffnete ich das Schreiben und was war’s?

„Lieber Herr Gerhard,

bestimmt ist Ihnen nicht entgangen, dass der Ihrer Gläubigerin zustehende Betrag noch nicht bezahlt ist.“

– Wie jetzt? Gläubigerin, S-Bahn Berlin, HERR GERHARD?!?!? Mal abgesehen davon, dass ich im Besitz einer Monatskarte bin und während der letzten Woche gerne mal in einer überfüllten Ringbahn einen Kontrolleur getroffen hätte, um mit ihm über Bahnstreiks und Liniennetzpünktlichkeit zu diskutieren, ist der Brief offensichtlich nicht für mich. Die zwei Möglichkeiten, die mir die – Moment! – „infoscore Forderungsmanagement GmbH“ (Früher mal bekannt als Südwestdeutsche Inkasso – weiß es jemand?) bietet, habe ich dann nicht mehr zur Kenntnis genommen, schließlich ist das ja nicht mein Brief, aber wenn ich ihn schon geöffnet habe, sollen mir die Pfeifen, die meinen, mich, der ich eigentlich jemand anders sein sollte, mit Briefen einschüchtern zu können, auch ein paar Zeilen wert sein. Schließlich schaffen die es bestimmt auch noch, mir Zwangsbefehle oder den Gerichtsvollzieher auf den Hals zu schicken, vielleicht sogar die Polizei, irgendjemand wird dann schon begreifen, wer wer und wer wer nicht ist. Meine Zahlung, wäre ich Herr Gerhard, der ich aber nicht bin, erwarten sie bis 25.11.07 und drohen für den anderen Fall mit ihren Rechtsanwälten. Ich drohe nicht, ich handele:

„Bln., 19.11.07
Liebe Damen und Herren,
aus Versehen öffnete ich das Schreiben, das gar nicht so direkt für mich bestimmt war, dafür aber in meinem Briefkasten gelandet ist – und das nicht zum ersten Mal. Herr Gerhard wohnt hier nicht, prüfen Sie Ihre Daten und wenn Sie mir schon etwas schicken wollen, dann bitte vorzugsweise Bargeld, Verrechnungsschecks oder Drogen.

Danke und mit freundlichen Grüßen,

Ivo (Gerhard gibt’s hier nicht
Adresse)“

Wenn diese Knallchargen jetzt wirklich glauben Daten aus mir herauszukriegen, dann stelle ich denen auch noch meine Bemühungen in Rechnung ihnen zu erklären, dass ich nicht bin, wer sie glauben und nur aufgrund der Namensähnlichkeit auch trotzdem keinen Kontakt zu der Person habe, deren Post ich normalerweise ungeöffnet auf den Briefkästen postiere, damit auch der letzte Briefträger mal seinen „unzustellbar“-Vermerk daraufstempelt. Bis dahin war’s mir aber die Mühe wert, auf ihren Umschlag Porto zahlt Empfänger draufzukritzeln und meinen Wunschzettel unfrei nach Baden-Baden zu schicken. Gern geschehen.

1 comment so far

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  1. Real-Spam!

    Lebenscheck lässt grüßen! :D

    http://bloggbuch.blogspot.com/2007/06/lisa-lsch-oder-unbekannt-verzweifelt.html