04.18
Dieser Text ist aufgrund der Schwierigkeiten beim Konvertieren vom Word- ins Blogformat (lies: meine Unfähigkeit) nicht so ansehnlich gelayoutet, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Darum haben Menschen mit mehr Ahnung als ich das für mich übernommen. Das Ergebnis kann man unter anderem hier finden. Da gibt es dann auch die Literaturliste, die sich hier immer wieder in neue Formatmöglichkeiten morphte.
1. Einleitung
Das Mittelalter, hier speziell das zehnte Jahrhundert, zeichnet sich nicht übermäßig durch eine Flut geschriebener Überlieferungen aus. Die wenigen überlieferten, geschriebenen Quellen sind daher auch nicht so wortwörtlich zu nehmen, wie es sich manchmal anzubieten scheint. Vielmehr lohnt es sich häufig, Überlegungen zu zeitpolitischen Umständen, Gewohnheiten, Sitten und Machtkonstellationen anzustellen und diese in den Kontext des Geschriebenen zu setzen.
Diese Darstellung stellt sich die Frage, wie heilig der Erzbischof Bruno von Köln (925-965) tatsächlich war, wie viel Bischof und wie viel Politiker und Mitglied der Herrscherfamilie sich in seiner Person vereinen. Der zweite Schwerpunkt der vorliegenden Untersuchung ist weniger personengebunden ausgerichtet und stellt die Frage nach dem Verhältnis von Geschriebenem und Hintergründigem an Beispielen wie den Formulierungen des Autors, den Handlungen des Königs und der Reaktion der Stammesherzöge auf die Beschneidung ihrer Rechte.
Diesem Zweck gemäß werden erst in gebotener Kürze Fakten zum Autor und ausgehend von seiner Darstellung Fakten über seine nominelle Hauptfigur versammelt. Danach richtet sich der Schwerpunkt der Untersuchung auf werkimmanente Fragen bspw. die der Nachweisbarkeit von stilistischen Vorbildern und Einflüssen oder nach Orts- und Zeitangaben gestellt. Dieses Kapitel wird durch einen Fokus auf ausgewählte zentrale Figuren und eine daraus resultierende Überleitung zu grundsätzlicheren, inhaltlichen Problemstellungen abgeschlossen. Nach diesen Annäherungsversuchen werden elementare Fragen untersucht, etwa die nach den ideengeschichtlichen Umständen, der neu- und einzigartigen Mehrfachfunktion des Erzbischofs von Köln (der ab 953 zugleich Erzkapellan der königlichen Kapelle sowie Inhaber der königlichen Verwaltungsbefugnis über das Gebiet Lothringens war) und den politischen Folgen. Das alles steht im kontinuierlichen Zusammenhang mit der Darstellung Ruotgers und lässt es zu, pointiert zu fragen: ‚Wieviel Heiligkeit steckt tatsächlich in der Lebensbeschreibung des Herrn Erzbischofs Bruno?’
Hilfreiche Literatur zur Beantwortung dieser Fragestellung findet dabei Verwendung, namentlich von Gerd Althoff und vor allem Hagen Keller, Aufsätzen von H. Hoffmann, H. Naumann, W. Glocker und E. Müller-Mertens. Auch die Gesamtdarstellung von E. Wies zur Person Ottos des Großen erwies sich als hilfreich, während auf die älteren Arbeiten Irene Schmale-Otts und Friedrich Lotters eher weniger als mehr zurückgegriffen wurde. Insgesamt existiert nicht übermäßig viel Literatur zum jüngsten Bruder Ottos des Großen – ein Umstand, der den Lobeshymnen Ruotgers auf denselben in Gedanken beigestellt werden soll.
2. Dramatis personae
2.1 Ruotger – der Verfasser
Wie es im Zeitraum, der gemeinhin das Mittelalter genannt wird, leider häufig der Fall ist, fehlen essentielle Informationen über den Verfasser oder Urheber einer Quelle – so ist es auch im Falle Ruotgers, der als der Verfasser der Vita Brunos von Köln gilt. Viel verrät „der letzte Knecht“ [1] des Kölner Erzbischofs Folkmar [2] nicht über sich, sei es um der Tugend der Bescheidenheit zu entsprechen oder weil er selbst keine mit seiner eigenen Person verknüpften, politischen Interessen mit der Vita verbindet. Wenigstens gibt er sich selbst einen Namen, womit der direkten Auskünfte Ende schon erreicht ist.
Damit beginnt die Kärrnerarbeit, denn alles Weitere muss aus der Quelle erschlossen werden. Er stammt aus Lothringen, was sich daraus schließen lässt, dass er an einer Stelle die Lothringer als ‚unser Volk’ bezeichnet, zum anderen bezeichnet er Lothringen als terra nostra, [3] wobei dies nicht letztgültig als geklärt betrachtet werden kann, da die Ungarn des 10. Jahrhunderts Heiden waren, aber ein Christ schreibt; christlich motiviert oder lokalpatriotisch – diese Frage muss vorerst noch offen bleiben. Ferner handelt es sich um einen Gelehrten, nicht nur weil er offensichtlich des Schreibens mächtig ist, auch eine gute klassische Bildung wird aus dem Geschrieben deutlich. Überflüssig zu erwähnen, dass er die Bibel studiert hat, [4] auch den Inhalt der Benediktiner-Regel hat er sich angeeignet – aus beiderlei verwendet Ruotger zahlreiche Redewendungen. Ebenso hat der Mönch Ruotger zahlreiche Autoren der Antike studiert. So verweist die Nutzung des Stilmittels der fingierten Rede [5] und auch der antithetische Satzbau darauf, dass der Verfasser Sallusts Schriften rezipiert haben musste. Die äußere Form der Heiligen-Vita hat beinahe zwangsläufig Ähnlichkeiten mit Sulpicius Severus’ Martins-Vita und auch Cicero und Vergil waren Ruotger geläufig. Eine der wenigen Parallelen, die der Quellenverfasser mit dem ‚Geheiligten’ seiner Vita zieht, ist die, dass beide Prudenz gelesen haben sollen. Ansonsten sind sich Zwei in der Schrift Ruotgers eher fern, was bei einem Blick auf die vom Autor genutzten Quellen und Zeugen deutlich wird.
Der Hauptlieferant des Materials über Brunos Leben und mutmaßlich der direkte Auftraggeber der Arbeit ist Folkmar, der Nachfolger Brunos im Kölner Erzbischofsamt. Während der letzten Reise Brunos blieb Folkmar als Stellvertreter Brunos in Köln. Da auch Ruotger, ansonsten zwar Zeit- und gelegentlich wohl auch Augenzeuge, bei dieser Reise nicht dabei war, sind ihm die Erzbischöfe von Verdun, Wikfried, und dessen Amtskollege in Metz, Theoderich, die Gewährsmänner, wenn vom Tod des Kölner Erzbischofs in Reims und dessen Testament berichtet wird. Die schriftlichen Quellen, die Ruotgers Arbeit zugrunde liegen, sind Brunos Briefe an Christian, [6] den ersten Abt des Klosters St. Pantaleon und das päpstliche Begleitschreiben, das Bruno mit der Übersendung des Palliums, [7] dem Kleidungsstück, das die Erzbischofswürde symbolisiert, erreicht haben dürfte.
Da Ruotger selber nicht für sich in Anspruch nimmt, Bruno nahe gestanden zu haben, sind es vermutlich seine ausgebildeten literarischen Qualitäten, die ihn zu „dieser süßen und angenehmen Bürde“ [8] der Arbeit an der Lebensbeschreibung befähigen.
2.2 Bruno – das direkte Objekt
Dem Titel dieses Kapitels entsprechend, orientiert sich das Nachfolgende im Wesentlichen an den Ausführungen Ruotgers zum Leben Brunos, auch um die Grundlage dessen zu legen, was noch zu diskutieren ist. Bei Ruotger fehlende Angaben werden an passender Gelegenheit in Fußnoten ergänzt.
Bruno wird als Sohn König Heinrichs geboren, [9] ist höchsten Adels Ursprung und übertrifft alle Zeitgenossen in jeglicher Hinsicht, außer die Königs- und Kaiserwürde betreffend [10] natürlich – schließlich ist er nicht der Erstgeborene. Im Alter von vier Jahren wird der Wunderknabe dem Bischof von Utrecht, Balderich, zur Unterweisung übergeben, [11] der zu diesem Zeitpunkt nach Schmale-Ott selber erst elf Jahre alt ist. [12] Der Bericht(erstatter) will es so, dass in den folgenden Jahren sogleich Ruhe im vormals unruhigen Teil des Reiches einkehrt, Kirchen aufgebaut werden und die Untertanen im Lob Gottes vereint und frohgemut sind. [13] Aus diesem und vielen bei Ruotger folgenden Punkten müsste es sich, wäre der Bericht wahr, um einen wahren Wunderknaben handeln. Der geistlichen Ausbildung, die Bruno als nicht Erstgeborener den Gepflogenheiten der Zeit folgend genießt, entspricht Ruotgers weitschweifiges Lob des ununterbrochenen Studiums Brunos, der sich nach Ruotger selbst auf dem Kranken- und Sterbebett noch Bücher reichen ließ und auch auf Heereszügen immer eine Bibliothek mit sich geführt haben soll.
Eine derart profunde Bildung macht den späteren Erzbischof zum natürlichen Berater am Hofe seines Bruders Otto, an den dieser ihn, just König geworden, im Alter von noch nicht 15 Jahren beruft. [14] Hoch gebildet und demütig zugleich, ist Bruno eine Bereicherung des Hofes und steigt schnell in höchste Ämter auf. Er wird Ottos Kanzler, später Erzkapellan und schließlich Erzbischof von Köln. Zuvor oder nebenbei – Bruno ist in Ruotger Darstellung so einiges möglich – wird er auch noch geistlich-reformerisch tätig. Klosterinsassen werden von ihm „teils im Guten, teils mit Gewalt veranlaßt (sic!)“, [15] nach Ordensregeln zu leben. Dann tritt bei Ruotger endlich ein tatsächliches Problem in die Handlung ein: Der Westen des Reiches befindet sich in Aufruhe.
Als am 9. Juli 953 der greise Kölner Erzbischof Wikfried stirbt, gibt es im Volk keinen Zweifel und erwählt als Nachfolger „dem Rat der Großen und des ganzen Klerus folgend, den einzigen und einzig gewünschten Trost im Herrn Bruno, den hochherzigen und besterprobten Mann.“ [16] Die Wahl war selbstredend einstimmig. [17] Dieser ausufernden Schilderung folgt interessanterweise der Exkurs zur Belagerung der Stadt Mainz, wo das Gegenbild zum zukünftigen Wirken Brunos als Bischof sowie als tutor und provisor, als archidux von Lothringen, [18] der Erzbischof Friedrich von Mainz angeblich mit einer Bande von Reichsfeinden unter einer Decke stecken soll. Dies wird angedeutet, aber freilich nicht gesagt. [19] So ließe sich die Beschreibungswiedergabe fortsetzen, doch sollte das Grundschema nun klar zu erkennen sein, darum seien einige Zeilen für Analytisches eingespart. Im Weiteren schlichtet Bruno noch Familienstreitigkeiten, was lediglich illustriert, welch treuer Mitstreiter Ottos I. er war. Er führt mit Ottos Söhnen die Amtsgeschäfte, als Otto gen Rom zieht und stirbt schließlich, gerade vierzig Jahre alt und einmal mehr auf Reisen, in Reims.
3. Das Werk
3.1 Vorbilder
Wie bereits gezeigt worden ist, entspricht die inhaltlich-formale Gestaltung der Tradition der Heiligen-Viten, deren Prototyp die Martins-Vita des Sulpicius Severus ist. Das Grundschema jedoch ist älter und orientiert sich dem Aufbau nach an Suetons Kaiser-Viten oder den Biographien Plutarchs, was, auf Ruotgers Werk angewendet, bedeutet, dass einer Exposition in Kapitel 1 in den Kapiteln 2-10 die Abstammungsdarstellung und die Jugendgeschichte Brunos folgt. Diese jedoch ist schon eminent politisch, was sich allein schon im Umstand herausstellt, dass ein 15-jähriger ein herausragend wichtiges Hofamt übertragen bekommt. Die Kapitel 11-42 zeigen die Höhe des Lebens und Wirkens, während die Kapitel 43-48 um die Themen Krankheit, Tod, Begräbnis und Nachruhm kreisen.
Sallusts Einfluss indes wird in der Nutzung fingierter Rede, etwa in Kapitel 18, deutlich, als Ruotger ein Gespräch zwischen Liudolf und Bruno wiedergibt, bei dem er nicht dabei war und dass sich wie Ruotger einräumt, unter vier Augen zugetragen haben soll. [20] Dass die Bibel stilprägend ist und häufig zitiert wird, kann bei einem Autor, der Mönch ist, nicht verwundern.
3.2. Über Art und Weise, Form und Inhalt
Im Lexikon des Mittelalters findet sich zur Bruns-Vita die Feststellung, dass „in der Darstellung Wunder weitgehend zurücktreten.“ [21] Die Heiligkeit Bruns werde aus der Verinnerlichung religiöser Vollkommenheit und der äußeren Tätigkeit zum Wohle der Bedürftigen sowie in der Reform von Klöstern und Stiften abgeleitet. [22] Abgesehen von ‚kleineren’ Wundern wie der allgemeinen Begeisterung bei der Promotion Bruns in Köln, der rasend schnell erfolgten Besetzung des Kölner Erzbistumsstuhls und der allgemeinen Blütezeit, die darauf hin in Lothringen eingesetzt haben soll, [23] ist Bruno bei Ruotger ein Heiliger ohne wirkliche Wunder. Das wiederum hat sicherlich seine Gründe darin, dass es sich bei dieser Vita zu allerletzt um eine Heiligengeschichte handelt, sondern um ein politisches Schriftstück.
Der Klerikerstatus, der Bruno zweifelsohne zueigen war, ist der zentrale Topos, auf den Ruotger sich in seiner Darstellung bezieht. Darum ist, obgleich der Art und Weise des Wirken Brunos eine bellizistische oder politische Schilderung angemessen wäre, immer eine Rückführung seiner Absichten auf seinen Status als Geistlicher notwendig. Seine Handlungen mögen von seinen (und Ottos) unterlegenen Gegenspielern als sehr pragmatisch und weltlich betrachtet worden sein, für Ruotger ist Bruno ein demütiger Untertan und treuer Vasall seines Bruders und ein großmütiger Hirte, der stets um das Wohl und das Seelenheil seiner Herde bemüht ist, auch indem er sich für eine gottgewollte Führung, d. h . Königsherrschaft einsetzt.
Um jeden Verdacht zweifelhafter Amtsführung zu zerstreuen, lässt Ruotger Bruno von allen geliebt werden und macht die Liebe (ergo die Nächstenliebe) zu Brunos zentralem Handlungsmotiv. Und dies gleich zu Beginn. [24] Er ist bildhübsch und sehr tätig auf allen Gebieten, [25] schreitet in Riesenschritten von Tugend zu Tugend, [26] entdeckt die sieben freien Künste wieder, [27] ist eifrig am Disputieren, kurzum: Er verbringt „keine Zeit seines Lebens ohne Nutzen für die Heilige Kirche Gottes.“ [28]
3.3 Die Darstellung von Zeit und Ort
Eine bemerkenswerte Art und Weise der Zeitdarstellung kennzeichnet die Ausführungen des Autors zum Leben Brunos. Eine einheitliche Zählweise nutzt er nicht. Er bezieht sich bei der Chronologie der beschriebenen Ereignisse auf römische Indiktionszyklen, Tagesangaben oder benutzt Formulierungen wie „im 40. Lebensjahr Brunos.“ [29] Zumindest letzteres lässt den Leser stutzen, denn das Geburtsjahr Brunos wird von Ruotger verschwiegen, vielmehr datiert er die Geburt Brunos mit der Situation seines Vaters Heinrich, der soeben seine Gegenspieler besiegt hat und nun mitsamt seinen Untertanen in eine Ära des Wiederaufbaus eingetreten ist. Dies deutet Ruotger sogleich als Vorzeichen des segensreichen Lebensweges Brunos. [30]
Der künftige Erzbischof wird von Ruotger durchweg als tugendhafter Vertreter seines Standes im Kontext seiner Zeit dargestellt; wäre dem Schreiber an einer chronologischen Ordnung gelegen, würde er einheitlich datieren. In seiner Datierung abhängig von äußeren Beispielen, man nehme das obige erste Beispiel unter vielen folgenden, wird aber ein impliziertes Grundmuster der Rechtfertigung der Taten Brunos deutlich: Er ist in all seiner Tugendhaftigkeit als Knecht Gottes und treuer, jüngerer Bruder des Königs und Kaisers Otto I. getrieben von den Zeitläufen und Widertaten seiner Feinde. Keine Machtpolitik trifft er aus eigener Entscheidung, sondern immer motiviert durch die gottesfürchtige Treue zum König und die Liebe zu seinen Untertanen – diese zwingt ihn sogar ins weltliche Geschäft. Zu Zeiten, da er Kanzler und später Erzkapellan Ottos ist, hebt er das intellektuelle Niveau bei Hofe, unbesehen der Tatsache – und dies wäre bei einheitlicher Datierung wesentlich deutlicher –, dass er, da er Kanzleichef wird, blutjung ist. Dabei ist jedoch wohl eher an einen „Wechsel auf die Zukunft zu denken.“ [31] Und der ist politisch motiviert.
Aber auch beim Beschreiben von Orten verhält sich Ruotger sonderbar und dies sei an einem weiteren Beispiel demonstriert. Als der Tod des königstreuen Erzbischofs von Köln am 9. Juli 953 [32] diesen Posten vakant werden lässt, kennt diese Heldengeschichte nur einen möglichen und von allen akzeptierten und bejubelten Nachfolger: Bruno. Dieser ist zwar erst 28, aber das ist nicht das Problem, denn problematisch ist der Ort des Arbeitsplatzes. Köln ist nicht nur Metropole, sondern auch das Zentrum des bis dahin notorisch unruhigen Lothringen, das von herausragender Bedeutung für Otto und seine Mitstreiter bei der Begründung eines Kaiserreichs in Fortführung römischer und fränkischer Kaiser ist. Und obwohl Ruotger die Bischofswahl als ein geistliches Ereignis beschreibt, decodiert Wies sie als ein „Geschehen von eminenter politischer Bedeutung.“ [33]
3.4 Die Darstellung einiger Persönlichkeiten und die Kölner Frage
Festmachen lässt sich die Zwiespältigkeit von geistlichem und weltlichem Inhalt bestimmter Ereignisse am Topos der überragenden Persönlichkeit Brunos, der im Falle der Kölner Bischofswahl von Ruotger bemüht wird, um zu zeigen, dass Brunos Weg zwangsläufig nach Köln führen musste. Man war sich dort nach Ruotger einig, dass nur Bruno in Frage käme, den verwaisten Platz einzunehmen. „Nur das eine ließ sie zwischen Furcht und Hoffnung schwanken : wenn sie nämlich die Bedeutung dieses Amtes und den Ruhm dieses Mannes miteinander verglichen, fürchteten sie, es möchte eines so erlauchten Mannes nicht würdig sein, was sie mit soviel Ehrgeiz ihm zudachten.“ [34] Soweit die Kölner Meinung in den Worten des Biographen, der gleich hinzufügt, dass ein geistlich zugkräftigerer Ort schlichtweg nicht existierte, so dass Köln notwendig der Bruno angemessene Wirkungsort gewesen sei.
Dies sah wohl auch Otto so, der nicht ganz frei von Brunos Einfluss gewesen sein kann, war dieser doch zum fraglichen Zeitpunkt bereits der engste Berater seines Bruders und Herren. Was Ruotger mit seiner geistlich-persönlichen Begründung nicht sagt, ist der Umstand, dass im Lothringen des Jahres 953 ein ganz anderer Konflikt aufbricht, auf den hier nur kurz eingegangen werden kann. Der dortige Herzog Konrad der Rote befindet sich im Aufstand gegen Otto, den „größten König des Erdkreises.“ [35] Nun wird Konrad aber ein Erzherzog (nichts anderes bedeutet archidux) [36] übergeordnet, ein einmaliger und in den Augen der Zeitzeugen unerhörter Vorgang, der einer Rechtfertigung bedarf.
Der Konflikt, einer unter vielen, wird schließlich gelöst, indem Konrad zwar die Vollmachten eines Herzogs genommen werden, die an Bruno übergehen, er aber den Titel des Herzogs behalten kann, was seinem Stand entsprach [37] und so dem Aufbrechen eines weiteren standesbedingten Problemen vorbeugt. Das Ergebnis dieses Novums ist, dass dieser Erzbischof von Köln gleichzeitig verantwortlich für Gesamtlothringen und für die gesamte Reichspolitik im Westen ist. [38] „Wenngleich die außergewöhnliche Stellung Bruns den ohnehin vielschichtigen Rahmen der lotharingischen Führungspersönlichkeiten sprengt,“ [39] könne er nicht übergangen werden, so ein moderner Autor mit etwas über tausend Jahren Abstand, des Umstandes der Außergewöhnlichkeit ist sich auch Ruotger bewusst gewesen, nur dass er die Machtfrage weitgehend ausklammert, da sie in seine Darstellungsform und mutmaßliche Intention nicht hineinpasst.
Dies lässt sich auch im Bezug auf Otto I. zeigen. Dieser wird nicht nur als rex orbis terrarum maximus bezeichnet, sondern ist auch der „Richter, der sich in diesen Dingen nicht täuscht.“ [40] Damit wird von Ruotger aber nur auf den einwandfreien Charakter Brunos angespielt. Nebenher hebt er Otto damit vor 962 und damit vor dessen Kaiserkrönung in eine Position, die der eines Kaisers gleicht. [41] Die Determinierung Ottos als cesar futurus [42] kann als eine rückwirkende Rechtfertigung ottonischer und brunonischer Maßnahmen ausgelegt werden. „Dem Widerstand gegen die Herrschaft des Königs kam die Funktion zu, Krisen zu manifestieren, durch deren Überwindung der lenkende Wille Gottes um so sichtbarer wurde.“ [43] Das ist beim Verständnis hilfreich, bringt es doch Ruotgers theologische Argumentation mit der machtpolitischen und reichskonzeptionellen Frage in Deckung, wie sich Ottos imperiale Pläne mit dem alten Stammesrecht der germanischen Vorzeit vertragen sollten. Herrschaft war personengebunden, einen Ausgleich zu schaffen Aufgabe des Königs, der als Integrationsfigur das Reich zusammenzuhalten hat. Misslingt dieser Ausgleich, ist es aber nach alter Väter Sitte, das Recht der sich übergangen Fühlenden, gegen den König aufzubegehren, auf den Status’ bezogen, ist es sogar notwendig und gebräuchlich. [44]
Die Bruns-Vita ist aber zu einem Zeitpunkt geschrieben worden, [45] da sich das Neue – die kaiserliche Gewalt – bereits sakraler Legitimation erfreut. So sind die Verhaltensweisen der Personen der aus Sicht des Autors jüngsten Vergangenheit zwar im Verständnis der Zeitzeugen noch plausibel, was sich am Beispiel der Erhebung Liudolfs gegen seinen Onkel Otto veranschaulichen lässt, werden jedoch vom Autor bereits nach den neuen Maßstäben eingeordnet, mithin als gotteslästerlich dargestellt. An dieser Stelle wird besonders deutlich, wie tendenziös die Darstellung tatsächlich ist. So sind die Aufständischen die „frechsten Räuber“ [46] und erheben sich in gotteslästerlicher Frechheit gegen ihren Herrn und König,[47] die andererseits, wären sie königstreu, als überaus edel, ruhmvoll und dergleichen mehr, charakterisiert würden. Liudolf speziell wird als „Jüngling von einzigartigem Ruhm und Ansehen“[48] beschrieben. Allein die Machtfrage gibt hier offensichtlich den Ausschlag zu Ungunsten der Aufständischen. Und damit ist diese Darstellung bei der Kernproblematik der ganzen Vita angekommen.
4. Die Funktion
4.1 Politische und ideengeschichtliche Umstände
Hagen Keller weist auf den interessanten Fakt hin, dass Otto I. schon seit 948, spätestens seit 951 in aller Öffentlichkeit mit dem Anspruch aufgetreten sei, „die potestas imperialis auszuüben, d. h. an Stelle des fehlenden Kaisers aufzutreten.“[49] Dies erstaunt umso mehr, als dass Otto mit dem Abstand der Epochen als ein Mann charakterisiert wird, „gegen den sich der Halbbruder, der Bruder, der Sohn und der Schwiegersohn empörten, gegen den sich der erste Bischof seines Reiches, Erzbischof Friedrich von Mainz, ja zeitweilig sogar seine eigene Mutter stellte.“[50] Hier werden nun zwei Kernfragen umschrieben, erstens: „Was trieb sein halbes Reich, das sein Vater geeint hatte, gegen ihn in den Widerstand, in die offene Rebellion?“[51] Zweitens und das unausgesprochen: Warum enthielt sich ausgerechnet Bruno, ein allgemein anerkannt kluger Kopf, der regelmäßigen wiederkehrenden Aufruhr gegen seinen Bruder?
Bei der „bekannten Abneigung des Mittelalters gegenüber Neuerungen“[52] ist es wohl vor allem der oben angesprochene renovatio imperii-Anspruch Ottos, der zu Überwerfungen führen musste, da er das Althergebrachte, auf dessen Basis noch Heinrich den Ausgleich hergestellt hatte, nicht nur in Frage stellte, sondern seine eigene Position erhöhte, was notwendig zu Lasten anderer, der Herzöge gehen musste. In diesen Zusammenhang passt auch der Umstand, dass Otto sehr konziliant gegenüber denen auftrat, die sich ihm nach einem Aufstand wieder reumütig unterwarfen. Diese ‚Liebe’ seinen großen und edlen Untertanen gegenüber nutzt auch Bruno gegenüber Liudolf argumentierend – in der Schilderung Ruotgers[53] und es darf gefragt werden, ob hier nicht der Wunsch der Vater des niedergeschriebenen Chronistengedankens war. Auch erfundene Aussagen brauchen ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit in den Augen und Ohren der Zeitzeugen und Otto brauchte die Herzöge in Zeiten personengebundener und repräsentativer Herrschaft. Zwar war sein Hof ständig auf Reisen, doch überall gleichzeitig zu sein, lag nicht einmal im Rahmen der Möglichkeiten eines Königs von Gottes Gnaden. An einen Rom-Zug war in unruhigen Zeiten nicht zu denken, da diese Ambitionen Ottos aber bestanden, mussten zuvor die Dinge nördlich der Alpen geregelt werden.
Und an dieser Stelle kommt Bruno ins (Plan-)Spiel. Als jüngstem der drei Söhne König Heinrichs war ihm die geistliche Laufbahn so sehr vorbestimmt wie jegliche weltliche Ambitionen von vornherein ausgeschlossen waren.[54] Der deutlich ältere Otto war seit 936 König des ostfränkischen Reiches, 937 holt er Bruno aus Utrecht zurück an den Hof,[55] im Herbst 940 erscheint Brunos Name als Kanzler in der Titularzeile einer Königsurkunde.[56] Davor dürfte er Einblick in die Hofgeschäfte vermittelt bekommen haben, danach fungierte er einige Jahre als Kanzler, aber neben der sich ergebenden Übung in Schriftdingen nimmt er zunehmend Einfluss in Hofangelegenheiten und kümmert sich um seine zweite Kernkompetenz: die Theologie. Er übernimmt die Ausbildung der Geistlichen[57] in der Hofkapelle und kümmert sich um die Reformen von Klöstern und Stiften, auch wenn sich Ruotger dafür weniger interessiert, denn er erwähnt nur die Abtei Lorsch namentlich. Sollte dieser Umstand Zufall sein? Zwar ist dies eine wesentliche Aufgabe Brunos, aber andere Ämter sind dem Chronisten wichtiger – oder haben größeres politisches Gewicht: etwas die Tatsache, dass der vergleichsweise junge Mann 951 Erzkapellan und so dem wahrscheinlich ersten Anwärter, Friedrich von Mainz, vorgezogen wird.
Die Übertragung dieses höchsten geistlichen Hofamtes deutet Glocker als Vorzeichen für die kommende Übertragung eines großen Bistums, festzuhalten ist zu diesem Zeitpunkt aber nur eins und zwar, dass Bruno damals noch nicht einmal zum Bischof promoviert worden war. Das darf man als politisches Erdbeben bezeichnen. In der Hofkapelle werden aber im Folgenden viele Geistliche von Bruno, der bis zu seinem Tode Erzkapellan bleibt, ausgebildet, die in den nächsten Jahren zahlreiche Bistümer übernehmen werden und damit zu einem tragenden Teil der Administration des Königs werden. Und mit diesen Geistlichen erscheint ein neuer Typus der Kirchenmänner auf der politischen Bildfläche, ein neues Bischofsideal wird präsentiert: Es stehe in Gottes Anordnung, befindet man bei Hofe, dass ein Bischof sich mit politischen Angelegenheiten und gefährlichen Kriegen befassen solle.[58]
4.2 Pro und Contra – das Doppelamt
Das Bischofsideal, das ganz wesentlich auf Bruno zurückgehen dürfte – er war engster Berater und die wichtigste Stütze Ottos,[59] steht definitiv im Widerspruch zu den gewohnten Aufgabenteilungen der Zeit. Den Prototyp dieser Maßnahme stellt die Einsetzung Brunos als Kölner Erzbischof dar, was an sich noch nicht Aufsehen erregend wäre, wenn nicht Otto seinen Bruder, nun archiepiscopus, wenige Tage nach dessen Amtsantritt auch zum Verwalter des lothringischen Gebietes machen würde. Zum einen beschneidet sie die Kompetenzen des angestammten Herzogs Konrad, zum anderen wird auf diese Weise prinzipiell eine Herrschaftsinstanz zwischen den germanischen Stammesherzögen und dem König eingefügt. Diese Instanz ist aber auch noch ein geistlicher Würdenträger, was im Ergebnis zum Entstehen eine geistlich-weltlichen Doppelamtes führt und Bruno zum ersten der Reichsbischöfe macht, die später auch in anderen Erzbistümern eingesetzt werden sollten.
Einer, der dieser Neuerung ablehnend gegenüber gestanden haben dürfte, scheint Friedrich, der Erzbischof von Mainz, gewesen zu sein – nur so ist es m. E. zu erklären, dass ausgerechnet an der Stelle, an der Ruotger über die Einsetzung Brunos in Köln schreibt, ein Exkurs eingefügt ist, in dem eine Verbindung aller Reichsfeinde mit dem Mainzer Erzbischof angedeutet wird.[60] Und Reichsfeinde sind für Ruotger alle Feinde Ottos. Da die gesamte Darstellung von unbedingter Bewunderung der Herrscherfamilie geprägt ist, bleibt für die Motive der Gegner wenig Raum, wie Friedrich Lotter bereits bemerkte. Da hier aber nicht weniger passiert, als dass der Episkopat in das weltliche Herrschaftssystem integriert wird, dürfte den streng für eine Trennung von weltlicher und geistlicher Einflusssphäre argumentierenden Friedrich als Vertreter der alten Schule sicher zu Widerspruch veranlasst haben.
Der Herrschaft von Otto liegt wie bereits erwähnt eine Vorstellung von unmittelbarem Gottesgnadentum zugrunde, an deren Ausbildung Bruno nicht unbeteiligt gewesen sein kann. In den Titulaturen der in seiner Kanzlei entstandenen Urkunden ist der Anspruch Ottos ausgedrückt, Nachfolger der römischen und fränkischen Kaiser zu sein. Bruno selbst dürfte der stärkste Vertreter dieser Auffassung gewesen sein, wie Hagen Keller eindrucksvoll belegt.[61] Aber auch diese Auffassung birgt ein wesentliches Novum, denn wenn der König von Gottes Gnaden herrscht, dann kann nur er von Gottes Gnaden sein und nicht die Herzöge, die folglich von ihm eingesetzt und vor allem: abgesetzt werden können. Für die Vorstellung einer ausgeprägten Vorstellung einer unmittelbaren Herrschaft von Gottes Gnaden sprechen auch die vielfachen Christusvergleiche Ruotgers Otto und Bruno betreffend. Sehr weltlich wird aber die Macht des Königs verstärkt, wenn die Statthalter in der Machtvertikale die hier installiert wird, mindestens eine Stufe unter ihm stehen und von seinem Wohlwollen abhängig sind. Ferner wird theoretisch das Erbrecht außer Kraft gesetzt, doch dies geschah in der Praxis nicht, denn sobald von Otto eingesetzt, begannen die Herzöge gleich wieder mit der Institutionalisierung ihrer Ämter.[62] Erreichen konnten Otto und Bruno auf diesem Wege aber, „daß die Herzöge von nun an während seiner Regierungszeit treu zu König und Reich standen.“[63]
4.3 Die Durchsetzung
Nun ist bei der demonstrierten Einzigartigkeit dieser Vorgänge doch noch ein Blick auf die Handlungen Brunos notwendig geworden, denn derart weitgreifende Umwälzungen in dieser historischen Situation lassen selbst Hans-Werner Goetz, der ansonsten um diese Angelegenheit einen, mir unerklärlichen, Bogen macht, von „der überragenden Rolle Bruns“[64] sprechen. Worin diese Rolle bestand, lässt sich an der Frage darstellen, wie diese Neuerung durchgesetzt worden ist. Und eine solche Aufgabe fiel zwangsläufig Bruno zu, der ja an erster Stelle für das neue Modell einstehen musste, das er selbst mit erdacht hatte. Auffällig ist, dass Bruno tatsächlich nach und nach die ihm untergeordneten Bistümer mit Geistlichen aus seiner Schule, der Hofkapelle, besetzte, mithin eine den Herrscherinteressen dienliche Politik im geistlichen Feld vollzog, indem er loyale Kräfte an verschiedenen Stellen verankerte – und damit auch das neue System, denn das Denken dieser geistlichen Herrschaftsstützen war unmittelbar von ihm selber beeinflusst worden. Ruotger würde sagen: Er schritt in Riesenschritten von Tugend zu Tugend.
Die Einbeziehung der Geistlichkeit in das weltliche Herrschaftssystem bleibt bis nach dem Investiturstreit ein Zankapfel, doch bieten diese neuen Kirchenfürsten Möglichkeiten der Verwaltung und Durchsetzung der Herrschaft, die eine Stabilisierung des Königreichs und eine Reise nach Rom erst in realistische Dimensionen rücken. Wenn „das Deutsche Reich seine Vollendung im Römischen Reich fand“[65] und „die Kaiserkrone Ausdruck der europäischen Vormacht war“,[66] dann war zum Erreichen dieses historischen Moments eine straffere und verlässlichere Verwaltung notwendig und diese wurde auch über Brunos Kirchenmänner durchgesetzt. „Für die Stärke und Wirkungsfähigkeit seiner Königsmacht war die ideologisch-religiöse Fundierung, die ‚Verkirchlichung’ des ottonischen Königtums, ein wesentlicher, wenn nicht sogar entscheidender Faktor.“[67] Da Kirchenfürsten aber keine offiziellen Kinder haben können/dürfen, ist ihre Position nicht vererbbar, nicht einmal gewohnheitsmäßig.
Es war zweifelsohne eine geschickte Maßnahme im geistlichen Feld, doch die Durchsetzung im weltlichen Feld stand noch aus, musste aber zwingend erreicht werden, wenn der König in seiner Macht nicht eingeschränkt werden sollte. Der Präzedenzfall war in Lothringen zu schaffen, wo ein Titularherzog, Konrad nämlich, vom Inhaber der Verwaltungsvollmachten und Regierungsrechte in seine Schranken gewiesen werden musste. Dies gelang und die späteren Kaiser namens Otto setzten diese Praxis der Vergabe von Grafenrechten an Erzbischöfe in Köln, Mainz und Magdeburg fort.[68]
Doch zurück: Um das Neue erstmal gegen das Alte durchsetzen, war das Geschick Brunos ein entscheidender Faktor. Da Königtum im Mittelalter wesentlich über symbolische Akte repräsentiert und durchgesetzt wurde, und Bruno königlicher Verwalter des Gebietes (Herzog konnte er nicht sein.) war, nutzte er königliche Symbole, um seinen oder besser: Ottos Anspruch durchzusetzen. Das alte und gewohnheitsmäßige Recht war noch auf Konrads Seite[69], was für seine Vasallen den Pflichtkonflikt verschärfte, die nun zwischen Herzog und König standen. Um allen zu verdeutlichen, in wessen Auftrag Bruno auftrat, wählte er nicht irgendeinen Versammlungsort zur Klärung der Frage und Neuordnung der Dinge, sondern berief die Lothringer zum Krönungsort Karls des Großen. „Aachen war nicht ein beliebiger Versammlungsort unter anderen; wer dorthin einberief, versicherte sich der althergekommenen und besonders für Lothringen gültigen Legitimität der königlichen Herrschaft. Brun gab also deutlich zu erkennen, daß alle, die nicht contra regem stehen wollten, sich dort einzufinden und ihm, dem vom König Eingesetzten Folge zu leisten hätten.“[70] Man wisse, dass Bruno auch Waffen getragen hat, stellt Glocker fest, doch erlaube ich mir, diese Machtdemonstration um die Feststellung zu erweitern, dass es sich bei Bruno von Köln um einen begabten Diplomaten gehandelt haben dürfte, der seine Möglichkeiten wohl einzuschätzen wusste. Ruotger macht etwa bei der Erwähnung der Klosterreformen[71] keinen Hehl daraus, dass Bruno auch mit Gewalt Ziele erreichte, wenn es sein musste, umso glaubwürdiger werden Überlegungen die Nutzung symbolischer Akte betreffend.
4.4 Ruotgers Bruns-Vita und ihre Funktion
Ruotger ist wie seine Hauptfiguren ein Kind des zehnten Jahrhunderts. Für die Historiographen, und Ruotger ist mit seiner Vita nolens volens dazuzuzählen, schließlich schreibt er Geschichte, gilt m. E. die folgende Feststellung Althoffs uneingeschränkt: „Mittelalterliche Historiographen (…) huldigen gewiß keinem modernen Objektivitätsideal, wollen nicht beschrieben, ‚wie es eigentlich gewesen’, auch wenn sie in den theoretischen Äußerungen über ihr Tun noch so sehr betonen, sie seien der Wahrheit und nur ihr verpflichtet. Geprägt wurde ihre Arbeit vielmehr durch ihr christliches Weltbild und die damit verbundene Weltsicht (…)und nicht zuletzt durch den Anlaß, der einen Geschichtsschreiber zur Feder greifen ließ, und die häufig mit diesem Anlaß zusammenhängenden Darstellungsabsichten (…)“[72]
Getreu der Devise, dass man nicht neu formulieren müsse, was ein anderer schon treffend gesagt hat, soll Ruotger nicht nur zitiert werden, sondern auch anhand seiner Formulierungen eingeordnet werden – und dies hinsichtlich der Frage, welche Funktion oder Intention seine Worte haben könnten. Dies gilt auch für Dinge, die er nicht sagt. Nichts sagt er beispielsweise in Form einer Paränese, der seinerzeit durchaus üblichen Herrscherermahnung, die im Gegensatz zu offener Kritik ein „durchaus übliches und akzeptiertes Mittel, Einfluss auf herrscherliches Handeln zu nehmen“[73] gewesen ist. So findet sich aber weder an Bruno noch Otto ein Hauch von Kritik, so dass sich bedingungslose Affirmation wie ein roter Faden durch die gesamte Vita zieht.
Diese Zustimmung in Form uneingeschränkter Verehrung der Heldenfiguren könnte für eine werkimmanente Begründung der von Ruotger gewählten Form der Lebensbeschreibung eines Heiligen gehalten werden, vernachlässigt aber die politischen Dimensionen der Inhalte, die in diesem Werk transportiert werden: die Idee des unmittelbaren Gottesgnadentums der Herrschergewalt etwa, die ebenso unmittelbare Notwendigkeit durch die Zeitumstände, die einen Geistlichen zwingen, sehr handgreiflich in die Politik der weltlichen Sphäre einzugreifen oder auch die praktische Durchsetzung der Abkopplung der Herrschergewalt vom germanischen Stammesrecht, was letztlich einen Schritt weg vom Kuhhandelscharakter des Elitenausgleichs bedeutet. Die am Exempel Bruns demonstrierte Trennung der Grafenrechte in Verwaltung und Repräsentation oder allgemein in mehrere nicht zwingend zusammen zu verleihende Privilegien erhöht die Abhängigkeit der Herzöge vom König und sorgt reichsintern für Ruhe. Dies erhöht den außenpolitischen Spielraum, was spätestens mit der Kaiserkrönung und der damit verbundenen tatsächlich erfolgten sakralen Legitimation der Herrschaft durch die höchste irdische Autorität in geistlichen Fragen, den Papst, wieder Rückwirkung auf das Machtgefüge im Reich haben. Nach der Krönung ist Otto einen Großteil der nächsten Jahre in Italien unterwegs und muss sich auf die Verwalter im deutschen Reichsteil verlassen, was er bis zum Tode Brunos im Oktober 965 auch kann, da Bruno zusammen mit Ottos Söhnen Otto (der spätere Kaiser Otto II.) und Wilhelm (damals bereits Erzbischof von Mainz) die Regierungsgewalt ausübte.
Der Tod Brunos bedeutet nicht weniger als „ein tief einschneidendes Ereignis für Otto.“[74] Und tatsächlich dürfte Bruno an allen wesentlichen Ideen und Maßnahmen seit Mitte der vierziger Jahre mitgewirkt haben, war er der engste Vertraute des Kaisers. Und nun? Der Erzherzog ist tot, es lebe der Erzherzog? – Nein, einen solchen geistlich-weltlichen Doppelfürsten hat es in dieser Form in Lothringen nicht wieder gegeben, die kumulierten Ämter Brunos wurden aufgeteilt, auch weil keine Person ähnlicher Autorität, und das darf man bei aller kritischen Distanz zu Ruotgers Darstellungen so sagen, in Ottos Umkreis existierte. Wilhelm, Neffe Brunos und Sohn Ottos I., wurde der Nachfolger als Erzkapellan, das Erzbistum Köln wurde Folkmar übertragen, der wiederum ein enger Vertrauter Brunos und auch dessen Kapellan in Köln war. Lothringischer Oberherzog aber wurde er nicht, diese Amtsgewalt wurde unter lothringischen Adeligen aufgeteilt.[75]
Das Brunos Tod für die Herrschaftspraxis des Kaisers einschneidende Folgen hatte, liegt auf der Hand, erklärt aber bei allem Ruhme nicht, wieso Bruno keinen Beinamen wie Otto, der erstmals von Thietmar von Merseburg „der Große“ genannt wurde,[76] erhalten hat, wenn seine Fähigkeiten und sein Einfluss so außerordentlich waren. Wäre seine Lebensleistung so einschneidend, sein Nachruhm so gewaltig, wie es Ruotger glauben machen möchte, hätte Bruno mit großer Wahrscheinlichkeit irgendeinen Beinamen wie „der Effiziente“, der Geschickte“ oder „der Intellektuelle“…derlei, auch vollkommen ernst gemeint, findet sich im weiteren Verlauf der Geschichte aber nicht. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Brunos Wirkung als Person der damaligen Zeitgeschichte umstrittener war, als es Ruotger Glauben machen will.
Der von Bruns Nachfolger als Kölner Erzbischof mit der Arbeit an der Lebensbeschreibung Beauftragte muss sich dieses Umstandes bewusst gewesen sein, schließlich sind seit dem Tode Bruns erst einige Monate respektive wenige Jahre vergangen und es liegt demnach der Schluss nahe, diese Schrift sei eher für die Zeitgenossen als für die Nachwelt angefertigt worden. Dafür spricht auch der Kunstgriff Ruotgers, der die unbedingt politische Figur Bruno offen und beinahe ausschließlich in geistliche Zusammenhänge stellt. Deutlich wird dies an vielen Stellen, etwa bei den ausufernden Schilderungen über die geistliche Motivation allerseits, Bruno auf den Erzbischofsstuhl zu befördern – dabei legt nicht nur die schnelle Zeitfolge zwischen Ableben des alten und Einsetzung des neuen Erzbischofs und die beinahe gleichzeitige Übertragung weltlicher Herrschaftsvollmachten eines dux über das regnum lotharii einen vorbereiten politischen Akt zumindest nahe, nicht zuletzt war der neue Erzbischof nicht irgendjemand. Ruotger wird sich des Neuigkeitsgehalts dieser Maßnahme wie viele seiner Zeitgenossen bewusst gewesen sein,[77] die vielfach zumindest Irritation hervorgerufen haben dürfte. Grundsätzlich gilt, dass „Konflikte immer dann ausbrachen, wenn die neuartigen Herrschaftsprinzipien Ottos mit anderen Auffassungen zusammenstießen.“[78] Zu Lebzeiten setzte sich gerade Bruno stark für den Ausgleich bzw. die Auflösung der Konfliktsituationen ein, nach seinem Tod fehlte dem Kaiser einer seiner mächtigsten Verbündeten, was entgegenlaufenden Kräften zu einigem Auftrieb verholfen haben dürfte.[79]
5. Resümee: Politische Streitschrift und Normierung der Überlieferung
Aus der aufgezeigten Konstellation ergibt sich meines Achtens zwingend, dass es sich bei der Vita Brunonis um eine politische Streitschrift erster Ordnung handelt, die in einem virulenten Konflikt der Zeit die Position des Kaisers vertritt und aus dieser heraus den christlichen Topos der Friedenssicherung bemüht, um die Integration der Kirche in das weltliche Herrschaftssystem zu erklären und zu rechtfertigen. Zu diesem Zweck baut der Autor die Darstellung am leuchtend ausgemalten Beispiel des jüngst verstorbenen allerchristlichsten Bruno auf, auch und gerade, um dessen politische Wirkung und die politische Frage weitgehend in den Hintergrund zu drängen. Gleichzeitig wird so in einem Zeitalter weitgehend oraler Tradierung an einer Normierung der Überlieferung gearbeitet, die aber primär an des Lesens Mächtige gerichtet sein dürfte, die wiederum, da geistlichen Hintergrundes, die geeigneten Ansprechpartner waren, um dieses Modell weiter zu verfolgen. Schließlich profitierten sie von dieser Auffassung.
Die Essenz des Ganzen ist die Rechtfertigung der ottonischen Herrschaftsvorstellung des König-/Kaisertums von Gottes Gnaden, wobei festgestellt werden muss, dass dieses Herrschaftsmodell zwar unmittelbare Vorteile für den Kaiser hatte, aber keinesfalls so nüchtern kalkuliert durchgesetzt worden sein dürfte, wie es der Begriff vom ‚ottonisch-salischen Reichskirchensystem’ oder der ‚ottonischen Reichskirche’, die die heutige Forschung bemüht, nahe legt. Es war vielmehr eine Glaubens- bzw. Überzeugungsfrage, die – von Bruno selbst noch theologisch entwickelt – sich durch die ganze Lebensbeschreibung zieht und im überaus religiösen zehnten Jahrhundert eine Grundsatzfrage gewesen sein dürfte, da sie elementare Gewohnheiten wie das germanische Stammesherzogtum in Frage stellte und das König- und Kaisertum zu einer religiös fundierten Institution erhöhte. Da der Standpunkt Ruotgers in dieser Frage als eindeutig tendenziös herausgearbeitet worden ist, kann die Feststellung seiner latente Überhöhung der Herrscherfamilie nicht überraschen, ebenso wenig die entschiedene Verteufelung der Gegner dieser Auffassung.
Daraus ergaben sich, z. B. in der Frage der erweiterten Kompetenzen mancher Erzbischöfe im weltlichen Bereich, neue Problemstellungen. So wird die Investitur der (Erz-)Bischöfe zu einem Streitfall zwischen Kaiser und Papst, schon aus dem einfachen Grund, dass Geistliche prinzipiell kinderlos sein müssen und jede Neueinsetzung zum politischen Streitfall werden kann. Dieses in Theorie und Praxis mikrokosmisch und lokal zu untersuchen, kann spannende weitere Untersuchungen befördern, da der Investiturstreit herrschaftsgeschichtlich in der Geschichtsforschung schon weit reichend behandelt worden ist. Eine Anwendung der großen Politik auf den kleinen Raum und die Rückwirkungsvariationen auf regionaler Ebene versprechen aber weitergehende, spannende und aufschlussreiche Arbeiten. Dies gilt auch für mittelalterliche Geschichtsschreibung an ausgesuchten lokalen Beispielen.
[1] RUOTGER, Lebensbeschreibung des heiligen Bruno, Erzbischof von Köln, übersetzt v. I. Schmale-Ott, Münster, 1954, Vorrede.
[2] Erzbischof von Köln 965-969.
[3] Vgl. Lotter, F., Die Vita Brunonis des Ruotger. Ihre historiographische und ideengeschichtliche Stellung, Bonner Historische Forschung Bd. 9, Bonn, 1958, S. 8.
[4] Zahlreiche Bibelzitate belegen diesen Umstand, der nicht zu überraschen vermag und nur der Vollständigkeit halber vermerkt worden ist.
[5] Vgl. bspw. Ruotger, Kap. 18.
[6] Vgl. Ruotger, Kap. 27.
[7] Vgl. ebd., Kap. 28.
[8] Ebd., Kap. 1.
[9] Bruno wird als dritter Sohn Heinrichs I. im Mai des Jahres 925 geboren. Siehe auch: GLOCKER, W., Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik, Köln, 1989, S. 119-135. (Quelle hier: URL http://www.genealogie-mittelater.de/liudolfinger_ottonen/koenigliche_linie/brun_erzbischof_von_koeln_965_liudolfinger/glocker_erzbischof_brun.html; abgerufen am 20.6.2006)
[10] Vgl. Ruotger, Kap. 2.
[11] Vgl. ebd., Kap. 4.
[12] Vgl. ebd.
[13] Vgl. ebd., Kap. 4.
[14] Vgl. ebd. Kap. 5.
[15] Ruotger, Kap. 10.
[16] Ebd., Kap. 11.
[17] Vgl. ebd., Kap. 12. (Die Einsetzung und die Feierlichkeiten nehmen in der Darstellung ein weiteres Kapitel ein.)
[18] Ebd., Kap. 20. Die komplizierte Formulierung Ruotgers entspricht den Schwierigkeiten der Zeitgenossen, den rechtlich neuartigen Sachverhalt in juristische Termini zu packen; eher wird umschrieben.
[19] Vgl. ebd., Kap. 16.
[20] Vgl. Ruotger, Kap. 18.
[21] Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, München, 1995, Stichwort: Ruotger.
[22] Vgl. ebd.
[23] Vgl. Ruotger, Kap. 4.
[24] Vgl. ebd. Kap. 2.
[25] Vgl. ebd., Kap. 3.
[26] Vgl. Ruotger, Kap. 10.
[27] Vgl. Ruotger, Kap. 5.
[28] Ebd., Kap. 4.
[29] Ebd., Kap. 43.
[30] Vgl. ebd., Kap. 2.
[31] Glocker.
[32] Vgl. Wies, E. W., Otto der Große. Kämpfer und Beter, Esslingen, 1989, S. 148.
[33] Wies, S. 149.
[34] Ruotger, Kap. 11.
[35] Ebd., Kap. 6.
[36] Ebd., Kap. 20. Sehr aufschlussreich dazu: Naumann, S. 85f.: Der Autor ringt um Worte, den neuen Zustand zu umschreiben.
[37] Vgl. Naumann, H., Rätsel des letzten Aufstandes gegen Otto I. (953-954), in: Zimmermann (Hg.), Otto der Große, S. 70-136; zugleich: Archiv für Kulturgeschichte 46, 1964, S. 133-184, S.73f.
[38] Vgl. Barth, R. E., Der Herzog in Lotharingien im 10. Jahrhundert, Sigmaringen, 1990, S. 130.
[39] Ebd.
[40] Ruotger, Kap. 6.
[41] Vgl. Althoff, G./ Keller, H., Heinrich I. und Otto der Große: Neubeginn auf karolingischem Erbe Bd. 2, Reihe Persönlichkeit und Geschichte Bd. 125, Göttingen, ²1994, S. 159.
[42] Ruotger, Kap. 41.
[43] Althoff/Keller, S. 136.
[44] Vgl. ebd., S. 136.
[45] Die Vita wurde zwischen der Kaiserkröung Ottos II. Weihnachten 967 und dem Tode Folkmars am 18.7.969 geschrieben, da sie diesem mit Wünschen bester Gesundheit gewidmet ist.
[46] Ruotger, Kap. 19.
[47] Vgl. ebd., Kap. 20.
[48] Ebd., Kap. 18.
[49] Keller, H., Das Kaisertum Ottos des Großen im Verständnis seiner Zeit, in: Zimmermann (Hg.), Otto der Große, S. 218-295; zugleich: Deutsches Archiv 20, 1964, S. 325-388, S.220.
[50] Wies, S. 9.
[51] Ebd.
[52] Naumann, S. 87.
[53] Vgl. Rutger, Kap. 18.
[54] Vgl. Althoff/Keller, S. 218.
[55] Vgl. Keller, Hagen, Die Ottonen, C.H.Beck Wissen in der Beck’schen Reihe Bd.2146, München 2001, S. 27ff.
[56] Vgl. Glocker.
[57] Vgl. Ruotger, Kap. 8.
[58] Vgl. ebd., Kap. 23; dazu auch: Müller-Mertens, E., Verfassung, Rechtsstruktur und Herrschaftspraxis unter Otto I., in: Puhle (Hg.), Otto der Große, Magdeburg und Europa, S. 189-198, S. 197.
[59] Vgl. ebd., Althoff/Keller, S. 218.
[60] Vgl. Ruotger, Kap. 16.
[61] Vgl. Keller, Kaisertum, 244f.
[62] Vgl. Wies, S. 196.
[63] Ebd.
[64] Goetz, H.-W., Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im hohen Mittelalter, Orbis mediaevalis – Vorstellungswelten des Mittelalters Bd. 1, herausgegeben v. demselben u. a., Berlin, 1999, S. 310.
[65] Hoffmann, H., Zur Geschichte Ottos des Großen, in: Otto der Große, herausgegeben v. Harald Zimmermann, Wege der Forschung Bd. 450, Darmstadt, 1976, S. 9-46, S. 38.
[66] Ebd.
[67] Müller-Mertens, S. 192.
[68] Wies, S. 205.
[69] Vgl. Naumann, S. 87.
[70] Naumann, S. 88.
[71] Vgl. Ruotger, Kap. 10.
[72] Althoff, G., Otto der Große in der ottonischen Geschichtsschreibung, in: Otto der Große, Magdeburg und Europa, Katalog der 27. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt Bd. 1: Essays, herausgegeben v. Matthias Puhle, Mainz, 2001, S. 16-27, S. 16.
[73] Ebd., S. 25.
[74] Keller, Kaisertum, S. 278.
[75] Vgl. Wies, S. 243.
[76] Vgl. Zimmermann, H., Einleitung, in: derselbe (Hg.), Otto der Große, S. 1-8, S. 3.
[77] Vgl. Naumann, S. 85ff.
[78] Althoff/Keller, S. 156.
[79] Vgl. dazu auch: Keller, Kaisertum, S. 280.

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Aber jetzt: wegtreten, du Schäuble, du…!
Dreißig Schwerter | Mai und Beaflor
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Hm… netter Anfang. Weiter bin ich noch nicht gekommen, auch deswegen, weil mich die Verlinkung der Fußnoten einerseits fasziniet, andererseits aber nichts sind im Gegensatz zu deiner Gestaltung der Startseite. Und was ist mit den Quellen passiert??? Na dann widme ich jetzt mal wieder den “wichtigen” Dingen im Leben… Hebbel, Büchner, Goethe sag ich nur